Reumann als Totengräber des Bad Uracher Hauses?

Ermstalklinik steht vor endgültigem Aus jeglicher stationären Behandlung!

Die durch die neue Geschäftsführung der Kreiskliniken zuletzt an den Tag gelegte Hast, so die Fraktion DIE LINKE im Reutlinger Kreistag, hatte wohlweislich Gründe: Nur wenige Stunden nach Abschluss der nichtöffentlichen Vorberatung des Kreistags stellte Landrat Reumann den Medien gemeinsam mit den jetzigen Geschäftsführern aus der RKH-Holding eilends deren neues „Medizinkonzept 2025“ vor.

Jenes Konzept wird für den bisherigen Bad Uracher Klinikbetrieb allein noch übrig lassen eine Notaufnahme, ein „Ärztehaus“ samt ambulantem Operieren sowie „Integrative Medizin“ nebst einem „Telemedizinzentrum“. Sämtliche bisher noch vorhandenen stationären, also bettenführende Abteilungen sollen dagegen nach Reutlingen abgezogen oder vollständig geschlossen werden – sogar die bisher für Bad Urach noch favorisierte Geriatrie (Altersmedizin)! Als einzigen „Zuwachs“ darf die künftige Einrichtung auf eine „Rehabilitative Kurzzeitpflege“ hoffen – und damit auf allenfalls die einer Klinikbehandlung lediglich nachsorgende Disziplin.

Diese Planungen, so die Linken-Räte Petra Braun-Seitz und Thomas Ziegler, bedeuten das definitive Ende jener Uracher Einrichtung als ein Krankenhaus. Ohne künftig jegliche Möglichkeit einer stationären Behandlung komme diese verdiente Klinik dann herunter auf ein durch die RKH schönredend als Bad Uracher „Gesundheitscampus“ bezeichnetes Medizinisches Versorgungszentrum.

Die entsprechende bisherige Beschlussfassung der Kreistagsgremien dazu sei zwar leider mehrheitlich getroffen worden – jedoch keinesfalls ohne mehrfache Gegenstimmen!

Die LINKEN bleiben als bislang einzige Kreistagsfraktion bei ihrer schon anlässlich der Privatisierung des Managements im vergangenen März standhaft eingenommenen ebenso offenlegenden wie im Ergebnis zurückweisenden Haltung der neuen Geschäftsführung gegenüber –

und dies insbesondere jetzt erneut zu deren von Prof. Martin samt dem Landrat verfolgten Absichten für das endgültige Schließen jeglichen Bad Uracher Krankenhausbetriebes.

Im Nachhinein bestätigten sich die frühen Einwände der Linken geradezu: Um Reumann sowie etlichen Kreisräten zu ersparen, sich die Hände hierfür selbst schmutzig zu machen, durfte das Beauftragen einer privaten Geschäftsführung dazu gerade recht kommen.

Nicht zuletzt mit Blick auf die knapp 400 hochengagierten Beschäftigten sowie eine über 113-jährige Tradition des Uracher Hauses samt ihren dankbaren Patienten aus weitem Umkreis fordern die LINKEN spätestens jetzt gleichfalls die Solidarität der anderen Kreistagsfraktionen mit unserer Ermstalklinik ein.

Die für das Bad Uracher Haus endgültige Entscheidung fällt in der diesjährigen Schlusssitzung des Kreistags am Mittwoch kommender Woche. Die Tatsache, dass der Landrat dieses rabiate „Medizinkonzept“ gerade einmal zehn Tage vor dieser finalen Beschlussfassung hat öffentlich werden lassen werfe, so die Räte der Linken, einmal mehr ein bezeichnendes Licht auf dessen Verständnis von „Transparenz“ und „Bürgerbeteiligung“. Eine Bürgerbeteiligung, die diese Bezeichnung wirklich verdiene, setze dagegen zu einem Zeitpunkt ein, zu dem tatsächlich noch verschiedene Zukunftsoptionen offenstehen würden.

Petra Braun-Seitz und Thomas Ziegler

Sprecher Fraktion DIE LINKE im
Kreistag des Landkreises Reutlingen

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