Leerstände in der Kanzleistrasse

Leerstände in einer Parallelstrasse zur Wilhelmstrasse, die sehr attraktiv sein könnte,
wäre da nicht der Vorrang für Autos. Fußgänger dürfen sich dort nur auf schmalen Gehwegen bewegen, bis sie erleichtert die Oberamtei- und Wilhelmstrasse erreicht haben.

Kanzleistrasse_Leerstand2

Kanzleistr. – Leerstände

Kein Wunder, wenn dort der Einzelhandel Leerstände zurücklässt.
Dies soll anders werden. Die Mehrheit im Gemeinderat (FWV, Grüne/Unabhängige, Linke Liste, SPD, WIR) hat einen Antrag eingebracht, der eine erhebliche Aufwertung der Aufenthaltsqualität links und rechts der Wilhelmstrasse bringen wird.
Mancher Einzelhändler befürchtet Umsatzeinbußen, wenn Autofahrer nicht mehr vor ihrer Ladentür parken dürfen. Weltweite Studien brachten die Erkenntnis, dass Kunden die mit dem Auto kommen, nur für 20% des Umsatzes stehen, der Rest kommt mit dem ÖPNV, dem Fahrrad oder zu Fuß.
Eine positive Entwicklung von Fußgängerzonen und eine allgemeine Verkehrs-beruhigung sorgten schon in der Vergangenheit dafür, dass zwei Drittel aller Einzelhändler Umsatzsteigerungen hatten und nur bei 3 Prozent ging der Umsatz zurück, so die Erfahrung in Deutschland..
Der Antrag im Wortlaut:
Stärkung der Innenstadt durch aufenthaltsfreundliche Gestaltung – Autofreie Altstadt
Die Verwaltung legt ein Konzept vor, wie in der Altstadt die öffentlichen Räume vom Autoverkehr entlastet werden können. Das Ziel soll die Umgestaltung der Altstadt zu einer autofreien Zone in einem Zeitraum von 10 Jahren sein. Das Gebiet umfasst die historische Altstadt im Osten einschließlich der Metzgerstraße, im Norden bis zur Karl-/Eberhardtstraße und im Süden einschließlich der Lederstraße. Denkbar sind folgende Stufen und Maßnahmen:
– Parkplatzangebote am Rande der Altstadt, Quartiersparkplätze
– dadurch Rückbau von PKW-Parkplätzen möglich
– Reduktion auf den Anwohnerverkehr
– Schaffung von Spielstraßen
– flächendeckend Schritt-Tempo
– Stufenweise Ausdehnung der autofreien Straßen und Plätze
– Neugestaltung der autofreien Straßen und Plätze; hier kann auf die Zukunftsplanung Innenstadt (ZIP) verwiesen werden
– City-Logistik entwickeln, Anlieferung mit E-Lastenbikes, Elektroscooter
– Ausnahmeregelungen für Anlieferungen durch LKW/PKW
– Bürgerticket für die Altstadtbewohner

Kanzleistrasse

Kanzleistr.- Listgymnasium – autofrei Bild: Karin Schliehe

Zum Verfahren sehen wir folgende Notwendigkeiten:
– Beteiligungsverfahren mit den betroffenen Altstadtbewohner*innen, der Gastronomie, dem Einzelhandel und sonstigen Gewerbetreibenden
– Entwicklung von temporären und nachhaltigen Lösungsansätzen für einen Personen- und Gütertransport
– Öffentlichkeitsarbeit wie z.B. Autofreie Sonntage (flächendeckend und quartiersbezogen)

Begründung
Wir sehen deutlichen Bedarf, die Aufenthalts- und Lebensqualität in der Altstadt zu verbessern. Eine lebendige und attraktive Altstadt steigert die Sicherheit im öffentlichen Raum, sie stärkt den Einzelhandel und belebt die Gastronomie durch eine längere Verweildauer. Daneben ist dies ein wirksamer Beitrag zur Verbesserung der Luftqualität. Der Ausbau des Umweltverbundes durch den Masterplan Radwege und das neue Buskonzept unterstützt diese Entwicklungsperspektive für eine qualitative Weiterentwicklung unserer Altstadt.

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