19,2 Mio. € Bundesmittel für den ÖPNV und den Radverkehr

Reutlingen gehört zu den 5 Städten, die in den Genuß eines Förderprogramms zu Luftverbesserung gekommen sind. Erfreulich für Reutlingen.
Wir – die Linke Liste –  begrüßen wie alle anderen Fraktionen diesen warmen Geldregen für Reutlingen, kritisierten jedoch ebenso wie die Grünen, dass die Stadträte nicht gefragt wurden, wie diese Förderung gewichtet werden soll.

In Wien hat sich das 365-Euro-Jahresticket bewährt. Im ersten Jahr (2012) gab es ein Plus von 140.000 neuen Jahreskartenbesitzern. Von 2012 bis heute ist ihre Zahl von 373.000 auf 780.000 gestiegen. Inzwischen haben in Wien mehr Menschen ein 365-Euro-Ticket, als ein Auto.
Zu klären ist, ob Menschen mit geringem Einkommen dieses Ticket in Monatsraten erwerben können, dann würde man sich preislich der Forderung der LINKEN nach einem Sozialticket annähern. Weitere Varianten für Personen, die ein ÖPNV-Ticket nur temporär benötigen, wären sinnvoll.

Das Jahresticket gilt für den Bereich der Wabe 220 (Stadt Reutlingen, Wannweil, Waldorf-Häslach, Pfullingen, Eningen). Handlungsbedarf besteht, auch den vielen Pendlern die von außerhalb dieses Gebietes kommen, einen Anreiz zu bieten, auf das Auto zu verzichten.

„Neues Deutschland“ 15.08.2018:

„Umwelt- und Verkehrsverbände fordern seit Jahren vergeblich eine Mobilitätsinitiative des Bundes. Dass Anfang des Jahres plötzlich Bewegung in die Sache kam, ist der EU-Kommission zu verdanken, die Deutschland wegen anhaltender Überschreitungen von Grenzwerten für Stickoxide unter Druck setzte. Der Schadstoff stammt vor allem aus Dieselabgasen, in vielen deutschen Städten werden die geltenden Grenzwerte überschritten. Die Bundesregierung hoffte, mit Verweis auf die geplanten Projekte Brüssel besänftigen zu können, hatte damit aber keinen Erfolg – die EU-Kommission klagte trotzdem vor dem Europäischen Gerichtshof. Die Modellprojekte wurden in enger Abstimmung mit Umwelt- und Verkehrsministerium entwickelt.
Weitergehende Ideen wie ein ganz kostenfreier Nahverkehr, die zunächst diskutiert worden waren,sind so schnell wieder eingefangen worden. Umweltexperten zweifeln, dass die vorgestellten Maßnahmen zu einer kurzfristigen Lösung der Probleme führen werden. Schnell wirksam wäre hingegen die Hardware-Nachrüstung von Dieselfahrzeugen, die den Schmutz verursachen. Diese saubere Lösung auf Kosten der Autohersteller wird jedoch politisch blockiert. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bis Ende September eine Entscheidung angekündigt.

Die Präsentation der Modellstädte wirft vor allem die Frage auf, warum sich der Bund noch immer mit einzelnen Projekten aufhält, statt eine Verkehrswende flächendeckend in die Wege zu leiten. Die Bundesregierung müsse endlich beginnen, die Mobilität in Deutschland »ganzheitlich zu denken und notwendige Veränderungen anzugehen«, drängte Jens Hilgenberg vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Um den CO2-Ausstoß im Verkehrsbereich bis 2030 um die angestrebten 40 Prozent zu senken, sei ein radikaleres Vorgehen nötig. In Umwelt- und Verkehrskreisen stellt man sich darunter auch den Rückbau von Autoinfrastruktur vor, etwa indemStraßenzuRadwegenoderBauland umgewidmet oder auch Parkräume verknappt und verteuert werden.Hilgenbergsiehtaberauch:»Solange um jeden Parkplatz erbittert gekämpft wird, der für einen Radweg wegfallen soll, ist es noch ein weiterWeg.« Gerade das könnte aber auch heißen, nicht länger Zeit zu verschwenden. Der ökologische Verkehrsclub Deutschland hält eine weitere Studie für die Wirksamkeit von Maßnahmen denn auch für überflüssig. »Die Lösungen für saubere Luft liegen auf der Hand«, sagt Philipp Kosok: weniger und saubere Autos in den Städten sowie mehr Bus-, Bahn- und Radverkehr.“

 

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