Bebauung Bihler-Areal – unsere Stellungnahme

Auf dem Areal der ehemaligen Gärtnerei Bihler sind 60 Prozent der Fläche bebaut, vor allem mit Gewächshäusern (rechts im Bild). Im zukünftigen Wohngebiet werden es noch 40 Prozent sein. Dann wird auch der Boden nicht mehr versiegelt sein, damit das Wasser versickern kann. FOTO: GROHE

Der Reutlinger Generalanzeiger berichtete über den Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan „Hans-Reyhing-Str./Peter-Rosegger-Str.“, wo 137 Wohneinheiten entstehen sollen.

Unsere Stellungnahme im Gemeinderat:
Im Beschlussvorschlag wird die Bebauung damit begründet, dass eine qualitätsvolle Nachverdichtung innerhalb der Innenstadtbereiche neuen Flächenverbrauch im Außenbereich erspart.
Das ist für uns ein wesentlicher Grund dieser Vorlage zuzustimmen, auch wenn die Mehrheit dieses Gemeinderates hier nur 20% der Gesamtwohnraumfläche als Mietwohnraum mit Sozialbindung haben will.
Selbst das Kreisbauamt hat sich in seiner Stellungnahme für einen höheren Anteil ausgesprochen. Dort heißt es: „…aus Sicht des Kreisbauamtes wäre ein Anteil von 25 – 30 % an Sozialwohnungen durchaus sinnvoll.“
Wir begrüßen die Festsetzung weiterer Pflanzbindungen und die Erhöhung bzw. Erhaltung der Grünstrukturen gegenüber dem ursprünglichen Entwurf.

Wir haben uns eingehend mit den Einwendungen der benachbarten Bürger beschäftigt.
Die dabei vorgetragene Sorge bezüglich einer unzureichenden Zahl von Parkplätzen, sowie einer Zunahme des Individualverkehrs, der damit verbundenen Luftverschmutzung, sowie der Überlastung der Zufahrtsstraßen, beantwortet die Verwaltung mit den in Vorbereitung befindlichen Maßnahmen zur Verbesserung des ÖPNV, des Radfahrens, Zu-Fuß-Gehens, Autoteilens und mit Ansätzen zur Verkehrsvermeidung durch kurze Wege.
Wir unterstützen diese Sichtweise und wünschen uns dabei ein größeres Umsetzungstempo und vor allem den Mut einen großen Wurf zu wagen, wie etwa die Einführung eines Nulltarifs für den ÖPNV oder autofreie Stadtviertel. Letzteres wurde für das benachbarte Wohngebiet bereits schon einmal vorgeschlagen, als die französischen Soldaten aus Reutlingen abzogen. Aus dieser Initiative entstand die Teil-Auto-Genossenschaft.

Wir hoffen aber auch, dass Bürger, die sich Sorgen um die gute Luft machen und über Verkehrsstaus klagen, soweit es ihnen möglich ist, auf den motorisierten Individualverkehr verzichten oder das Car-Sharing-Angebot nutzen.

Zur Hol- und Bringsituation an der Kita deutet die Verwaltung Alternativen zu den epidemischen Mama-Taxis an: Laufgruppen, Fahrradbegleitung etc. Wir unterstützen das und erwarten entsprechende Initiativen.
Auf die Sorge eines Bürgers nach Überhandnahme des Anlieferverkehrs durch Paketdienste, antwortet die Verwaltung damit, dass spezielle Paketstationen vorgesehen sind.
Dazu passt unser Antrag, der hier eine Mehrheit fand, dass künftig Pakete durch Elektro-Lastenräder angeliefert werden sollen.

Weitere Maßnahmen zur Förderung einer umweltfreundlichen Mobilität, wie Mobilitätspunkte, die neben Car-Sharing auch Leihfahrräder anbieten sollten, können zur einer höheren Akzeptanz für das Ziel Reduzierung des Individualverkehrs beitragen, als Verbote und Beschränkungen.

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