Rathauschaos in Reutlingen? – Die Stadträte der Linken sprechen über die Probleme der Stadt

Bericht des RTF am 15.03.2018:
In Reutlingen kochen im Moment die Emotionen hoch: neben dem Thema Auskreisung, sorgt ganz aktuell das Thema Luftreinhalteplan nicht nur für Missstimmung bei der Bevölkerung, sondern auch bei einigen der Reutlinger Stadträte.

Dass der Luftreinhalteplan für Reutlingen wichtig ist, sei sowohl den Bürgern als auch den Reutlinger Stadträten klar. Die Maßnahmen, wie das Durchfahrtsverbot für LKW und die Temporeduzierung seien wichtig und richtig. Stadtrat der Linken Rüdiger Weckmann erklärt die Defizite bei der Herangehensweise an die Umsetzung des Luftreinhalteplans so, dass das Handwerkliche an der Umsetzung nicht wie vorgestellt verlaufen wäre. Es hätte mehr Informationen an die Bürger geben sollen, so Weckmann.

Der Autoverkehr dürfe nicht einfach nur eingeschränkt werden ohne attraktive Alternativen zu bieten. Das beschlossene Buskonzept, mit einer modifizierten Linienführung, soll 2019 umgesetzt werden. Die Linken sind dafür, zweifeln aber an der Machbarkeit. Denn die baulichen Maßnahmen sind noch nicht einmal geplant. Die Linken selbst haben bereits einige eigene Ideen zur Luftverbesserung einbringen können. Neun Anträge seien gestellt worden, vier davon seien durchgekommen. Eine davon: Den Lieferdienst in der Innenstadt durch E-Bikes, also Lasten-E-Bikes, umsetzen. Ein solches Modell existiere bereits erfolgreich in Nürnberg. Ein weiterer Vorteil der Lasten-Bikes: die Fahrer würden keinen Parkplatz mehr brauchen und würden dadurch auch Strafzettel vermeiden. Ob und wann es umgesetzt wird, konnten uns die Stadträte noch nicht sagen.

Allgemein habe die Linke, so Stadtrat Thomas Ziegler, den Wunsch, dass Stadtentwicklung, Verkehrsentwicklung und Luftreinhalteplan mit der nötigen Priorität angegangen würden und dass Pläne, die entwickelt werden, auch umgesetzt werden würden. Denn dies sei in der Vergangenheit nicht immer der Fall gewesen.

Auch zum Thema Auskreisung beziehen die Stadträte eine ganz klare Position. Laut Ziegler sähen sie keinen regelrechten Handlungsbedarf erzwingender Art für die Stadt sich auskreisen zu lassen. Diese seien mit zu großem Aufwand verbunden, als dass es Vorteile für die Stadt bringen würde.

Ein weiterer Punkt, der von Ziegler und Weckmann kritisiert wird, ist der Umgang mit den sogenannten „städtischen Töchtern.“ Bei den Auslagerungen der Energieversorgung und anderen Bereichen solle die Stadt in Zukunft Handlungs- und Durchgriffsmöglichkeiten erhalten und darüber informiert werden.

Die Oberbürgermeisterin würde die Linke mit ihren Anträgen hinhalten, so die Kritik. Dabei sehe man durchaus auch die Verdienste von Barbara Bosch für die Stadt. Trotzdem müsse sie auch die Verantwortung für die momentanen Missstände übernehmen, so Ziegler.

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