Linke Liste unterstützt Ökokonto

Am 30. Januar wurde im Reutlinger Gemeinderat der Vorschlag der Stadtverwaltung diskutiert, ein Ökokonto einzurichten. Auf dem Ökokonto werden Punkte gutgeschrieben, wenn Naturgebiete durch Maßnahmen aufgewertet werden. Die Öko-Punkte können dann zur Kompensation von baulichen Eingriffen in die Natur verwendet werden.
Zu Recht fragt der Naturschutzverband BUND Freiburg:
„Angesichts des enormen Flächenverbrauchs, der Zersiedelung und Naturzerstörung in allen Ballungsräumen in Deutschland, stellt sich die Frage, wo denn die vielen zerstörten, betonierten, denaturierten Naturflächen tatsächlich „ausgeglichen“ und durch die Neuschaffung von Ersatznatur ersetzt wurden?
In den letzten 60 Jahre hat sich die Siedlungs- und Verkehrsfläche in Deutschland mehr als verdoppelt. Im Jahr 2014 wurde täglich eine Fläche von 69 Hektar neu ausgewiesen – meist zulasten der Landwirtschaft und fruchtbarer Böden. Das entspricht etwa der Größe von ca. 100 Fußballfeldern.“

Die aktuelle Statistik sagt, dass der Flächenverbrauch zurück geht, aber immer noch hoch ist.
Inzwischen gibt es in vielen Orten, wie auch in Reutlingen, eine Wohnbau- und Gewerbeflächenoffensive, sodass wieder mit einer Zunahme zu rechen ist.
Deshalb unterstützt die Linke Liste nur dann für ein Ökokonto, wenn dieses qualitativ gut gemacht ist.
Die im Gemeinderatsbeschluß formulierten Ziele sind fachlich begründet und sinnvoll. Unter anderem wird dort ausgeführt: „Ein Ökokonto ermöglicht die Durchführung ökologisch sinnvoller Ausgleichsmaßnahmen im Rahmen eines räumlichen, städtebaulichen und landschaftsplanerischen Gesamtkonzepts statt einzelner Maßnahmen ohne räumlichen und funktionellen Zusammenhang.“
Einen gute Lösung hat diesbezüglich der Regionalverband Bodensee-Oberschwaben gefunden.
Dort koordiniert man die vielen Ausgleichsmaßnahmen und kann deshalb eine großes Projekt realisieren, die Renaturierung des Tannhauser Rieds bei Aulendorf.

Kritik an der bisherigen Praxis kam von den Umweltverbänden, die eigene Erhebungen durchgeführt haben und die unter anderen die mangelnde Transparenz über die angeordneten Ausgleichsmaßnahmen und ihre Umsetzung kritisieren, sowie fehlenden Angaben welche Maßnahme welchem Vorhaben zugeordnet wird.
Der Vorsitzender des Naturschutz-Dachverbandes LNV Dr. Gerhard Bronner, nennt als Ursachen insbesondere die personelle Unterbesetzung der zuständigen Behörden.
Stadtrat Rüdiger Weckmann begründete die Zustimmung der Linken Liste zum Ökokonto, äußerte jedoch Zweifel, ob bei diesen fachlichen und personellen Ansprüchen, die für das Reutlinger Ökokonto vorgesehene befristete Projektkraft ausreicht.
Er schlug vor das Fachwissen der Naturschutzverbände, den Regionalverband Neckar-Alb, die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg bei der Entwicklung des Maßnahmekonzepts einzubeziehen.
Die Erste Bürgermeisterin Frau Hotz zeigte sich gegenüber diesen Vorschlägen aufgeschlossen.

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