SMART-City Reutlingen

Rüdiger Weckmann300_300Reutlingen wird zum Testfeld für die Digitalisierung, neben Chemnitz – als eine von zwei Städten bundesweit.
Bereits jetzt sind in Reutlingen Sensoren installiert, die den Behörden anzeigen, wann zum Beispiel Mülleimer geleert werden müssen. Sie messen außerdem, wo viele Autos unterwegs sind. So kann die Stadt Ampeln entsprechend schalten, um Staus zu verhindern. Mit dem Smart-City-App fürs Handy können dann auch Bürger sehen, welche Parkplätze in der Stadt frei oder belegt sind. Die App zeigt außerdem personalisierte Angebote Reutlinger Geschäfte und Restaurants an. Darin liegt bisher der Schwerpunkt des Apps. Kulturangebote werden nur in Echtzeit angezeigt,
Es gibt keine Programmvorschau. Man erfährt nur ob ein Kulturveranstalter gerade geöffnet hat oder nicht. Das sind wertlose Informationen für jemand der einen kulturellen Abend voraus planen will. Es ist zu hoffen, dass sich dies noch verbessert.

Im nächste Schritt, wird nach Beschluss des Gemeinderates am 19.12.2017 das Fraunhofer-Institut beauftragt, eine sogenannte Digitalisierungsstrategie für Reutlingen zu entwickeln.

Rüdiger Weckmann kritisierte in dieser Gemeinderatssitzung, dass den Vorgaben des Beschlusses inhaltliche Festlegungen fehlen. Diese finden sich ausführlich im begleitenden Forschungsprojekt „Smart Urban Services (SUS)“.
Aus der Sicht der Linken Liste Reutlingen werden dort zahlreiche positive unterstützenswerte Ziele formuliert. So wird unter dem Stichwort „Smart Governance“ eine stärkere Beteiligung der Bürger und die Verbesserung der Qualität und des Zugangs bereitgestellter öffentlicher Dienstleistungen sowie der Einstieg in Formen politischen Willensbildung auf elektronischer Basis gefordert.
„Aktuell leben 55 Prozent der Weltbevölkerung in Städten, die Schere zwischen Arm und Reich klafft hier zunehmend auseinander und ärmere Bevölkerungsschichten haben oftmals nur unzureichende soziale und wirtschaftliche Teilhabe“ heißt es in der SUS-Studie.


„Einer smart Economy kommt demnach nicht nur die Aufgabe zu, die Wettbewerbsfähigkeit der Städte und Gemeinden zu erhalten und zu erhöhen, sondern gleichzeitig auch die soziale Inklusion zu fördern und damit der fortschreitenden sozialen Spaltung entgegen zu wirken.“
Als Praxisbeispiele werden genannt: Förderung des sozialen Zusammenhalts durch urbaner Gartenbau sowie Sharing von Essen, Büchern und Arbeitsplätzen.
Weitere Einsatzfelder für eine Smart-City ist die Gesundheitsprävention und die integrierte Patientenversorgung.
Das bietet Chancen und Möglichkeiten die Wohn- und Lebensqualität im Alter zu verbessern.
Stichworte hier: Smart Home; Ambient Assisted Living (z.B. Erfassung und Speicherung von Bewegungs- und Verhaltensdaten). Das sind Produkte sowie Dienstleistungen, welche das alltägliche Leben älterer und auch benachteiligter Menschen situationsabhängig und unaufdringlich unterstützen.

Auch die Probleme werden benannt.
„Die Kommunen müssen sich dessen bewusst sein und versuchen, verstärkt auch Bevölkerungsgruppen zu erreichen, die weniger engagiert und interessiert sind. Das kann mitunter sehr mühsam und zeitraubend sein.“
„Diskriminierungsfreiheit bedeutet (…), digitale kommunale Angebote und Dienstleistungen barrierefrei zu gestalten. Es wird vorgeschlagen vorab mit
Behindertenverbänden in den Austausch zu treten, um möglichst alle Anforderungen
hinsichtlich Barrierefreiheit aufzunehmen.“
Wichtig in allen Bereichen der vorgesehenen Digitalisierung ist es, die informationelle Selbstbestimmung garantiert zu haben, »dass wir selbst darüber entscheiden können müssen, ob wir mit unseren Daten einen Mehrwert erkaufen wollen«

Zusammenfassend werden in der SUS-Studie sieben Anforderungen formuliert, die wir unterstützen und verwirklicht bzw. konkretisiert sehen wollen.

Demnach müssen Smart Urban Services
– beteiligungsorientiert,
– sicher,
– unabhängig,
– wirtschaftlich,
– integrativ,
– ökologisch nachhaltig und
– gemeinwohlorientiert sein.

Zum Nachlesen die SUS-Studie:
>>>

Gemeinderatsbeschluss vom 19.12.2017
>>>

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