Nutzungskonzept Betz-Areal – „für ein Industrieareal der Zukunft“

Am vergangenen Donnerstag wurde auch mit unserer Zustimmung das Nutzungskonzept für das ehemalige Betz-Areal vom Reutlinger Gemeinderat beschlossen.
Das vorgelegte Konzept hat seinen Charme. Es ist zukunftsorientiert, sauber, leise und ökologisch. Es soll dort Veranstaltungs- und Begegnungsräume, eine Kantine und eine Kita geben.
Dazu ein ökologisches Mobilitätskonzept (Car-Sharing, ÖPNV, Radwege), sowie ein ökologisches Energiekonzept. Für uns stellt sich die Frage: Wer baut und wer bezahlt diese Gemeinschaftseinrichtungen? Wir halten es für sinnvoll hier finanzkräftige Unternehmen, die sich im Areal ansiedeln wollen, in die Finanzierung einzubinden.

Für die zukunftsorientierte Sicherung des Konzepts wünschen wir uns die flächendeckende Nutzung des Erbbaurechts.
Die Investoren haben den Vorteil, dass sie die Kosten für den Bodenerwerb sparen.
Gerade in der digital orientierten Industrie, die dort sich niederlassen soll, ist der ständige Wandel die einzige Konstante. Die Stadt Reutlingen bleibt Eigentümerin des Grundstückes und behält dadurch in spätere Zeiten ihre Gestaltungsmöglichkeiten.

An mehreren Stellen des Konzepts findet sich der Begriff Industrie 4.0, aber nirgends der Begriff Arbeit 4.0 oder, wie es die Gewerkschaften ausdrücken „Gute Arbeit“.

Das Konzept vermittelt den Eindruck, dass wir in einer heilen harmonischen Arbeitswelt leben. Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie ihre Gewerkschaft.
Es darf nicht passieren, dass Reutlingen sich die Marke erwirbt: „Die Stadt der schlechten Arbeit“.
Was sich bei den digital orientierten Unternehmen anbietet:
Sie beschäftigen überwiegend Crowd-Worker, das sind moderne Tagelöhner ohne Urlaubs- und Sozialversicherungs-Ansprüche, ohne Kündigungsschutz und das bei Dumping-Löhnen.
Wir schlagen vor: Das unter dem Begriff „Fokussierung“ beschriebene Auswahlverfahren in dem Unternehmen aus unerwünschten Branchen und unpassenden Produktionsverfahren anhand einer Matrix ausgeschlossen werden, berücksichtigt auch Anforderungen einer „guten Arbeit“. Dazu sind die Gewerkschaften mit einzubeziehen.
In vielen deutschen Städten gibt es bereits Masterpläne Industriestadt unter Einbeziehung der Gewerkschaften.
Die Linke Liste wird sich im weiteren Verfahren für die genannten Ziele einsetzen.
Rüdiger Weckmann
Stadtrat
Entwicklung des ehemaligen Willi-Betz-Areals – Nutzungskonzeption und weiteres Vorgehen

 

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