Anfrage zum Thema EHEC

Reutlingen, 29.6.2011

Sehr geehrter Herr Landrat Reumann,
die vor kurzem erfolgten vermehrten Ansteckungen mit dem EHEC-Keim in der Bundesrepublik geben auch nach der Identifikation des Infektionsherdes Anlass zur Besorgnis. Genetische Untersuchungen haben laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) ergeben, dass es sich beim EHEC-Erreger um eine mutierte Form aus zwei Escherichia-coli-Bakterien handelt. Diese Bakterien kommen im Verdauungstrakt von Nutztieren, vor allem bei Rindern, vor. Auch die Produktion pflanzlicher Nahrungs-mittel birgt Risiken, wie die Lokalisierung von EHEC-Bakterien auf einem Hof, der Sprossen herstellt, zeigt.

Völlig unvorbereitet hat die EHEC-Epidemie zum Beispiel in Hamburg die Kranken-häuser vor extreme Herausforderungen gestellt, insbesondere sind dies die Patienten, bei denen das Hämolytisch-urämische Syndrom (HUS) behandelt werden muss und die Gefahr eines Nierenversagens besteht.

Wir bitten um Beantwortung folgender Fragen:

1. Wie wird im Landkreis Reutlingen sichergestellt, dass beim Ausbringen von Gülle auf landwirtschaftliche Flächen keine gefährlichen Keime in den Boden gelangen und die auf diesen Flächen produzierten Nahrungsmittel die Menschen gesund¬heitlich nicht gefährden?

2. Wie werden im Landkreis Reutlingen die Produktion, die Lagerung und der Trans¬port tierischer und pflanzlicher Lebensmittel kontrolliert und untersucht?

3. Wie viele Dialysegeräte stehen ständig in Krankenhäusern des Landkreises Reutlin¬gen für dialysepflichtige Patienten zur Verfügung? Wie viele Reserve-geräte stehen zur Verfügung bei Ausfall eines Gerätes?
Bitte die Anzahl der Geräte auf die Krankenhäuser aufschlüsseln.

4. Wie hoch ist die Auslastung der Dialysegeräte pro Tag? Welche Laufzeiten haben die Geräte im Durchschnitt (Ersatzbeschaffung)?

5. Wie viele Schwerpunktpraxen mit Dialyse in Landkreis Reutlingen unterstützen die Krankenhäuser bei der Versorgung der EHEC-Patienten?
Bitte einzeln aufzählen.

6. Welchen Zugriff auf Krankenhäuser hat die zuständige Behörde bei Epidemien, wie bei der EHEC-Epidemie, wenn Patienten mit dem Hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS) dialysiert werden müssen?

7. Welche Notfall- bzw. Katastrophenschutzpläne gibt es für Szenarien, die außer-gewöhnliche Maßnahmen bei einem epidemischen Geschehen erfordern? Wie werden diese Pläne zwischen den verschiedenen Krankenhäusern abgestimmt? Welche Verantwortung übernimmt dabei die zuständige Fachbehörde?

8. Wie oft, in welchem Zeitabschnitt, werden Notfall- bzw. Katastrophenschutzpläne auf ihre Aktualität geprüft und praktisch erprobt?

9. Wird der Landkreis Schlussfolgerungen aus dem aktuellen Geschehen ziehen und welche?

Wir danken Ihnen für die Beantwortung dieser Fragen.

Mit freundlichen Grüßen
Petra Braun-Seitz
Thomas Ziegler

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