Petra Braun-Seitz berichtet aus dem Kreistag – Kreistagssitzung am 26.7.2010

Gutes Geschäftsergebnis der Kreissparkasse, wachsender Zuschussbedarf bei den Kreiskliniken

Wichtige Themen waren die Vorlage des Geschäftsberichts der Kreissparkasse und die Vorlage des Jahresabschlusses der Kreiskliniken.

Der Jahresbericht der Kreissparkasse muss dem Kreistag vorgelegt werden. Die Kreissparkasse Reutlingen schüttet jährlich einen Teil ihres Überschusses an ihren Träger, den Landkreis aus. Auch in 2010 werden dem Landkreis wieder 1 Mio € für Investitionen in gemeinnützige Zwecke zur Verfügung gestellt. Dieses Geld wird für Investitionen im Klinikum Steinenberg verwendet.

Im Gegensatz zu Großbanken hat die Kreissparkasse ganz solide gewirtschaftet, ein Jahresüberschuss von 7,6 Mio € wurde erzielt. „Risikolose Anlageprodukte lagen in der Gunst der Anleger vorn“ (Geschäftsbericht 2009) – die Kundeneinlagen stiegen um 3,2%. Auch im Kreditgeschäft gab es Zuwächse, bei den Privatkunden 1,9%, bei den Krediten für Unternehmen und Selbstständige 4,2%.

Selbstverständlich gab es von allen Fraktionen nur Lob für diese gute Geschäftspolitik der Kreissparkasse.

Ebenfalls vorgelegt wurde der Jahresabschluss der Kreiskliniken Reutlingen GmbH. Hier ist der Kreistag weisungsbefugt gegenüber dem Vertreter des Landkreises Reutlingen in der Gesellschafterversammlung der Kreisklinken Reutlingen. Bei der Bilanz fällt auf, dass der Jahresfehlbetrag zunimmt – 2009: 3.412.727,35 €, 2008: 3.272.452,15 €. Dabei ist der Fehlbetrag in der Ermstalklinik in Bad Urach und in der Albklinik in Münsingen viel höher als der des Klinikums Steinenberg.

Von allen Fraktionen kamen klare Bekenntnisse zu den 3 Standorten, trotz des großen Fehlbetrags bei der Ermstalklinik und der Albklinik. Auch Privatisierung kommt für alle nicht in Frage.

Auffällig ist, dass die Fallzahlen in allen 3 Einrichtungen angestiegen sind, die Verweildauer jedoch kürzer war.

Die aktuelle Situation der Krankenhäuser ist geprägt auf der einen Seite durch Leistungssteigerung (wachsende Fallzahlen, Qualitätssicherung etc.) und auf der anderen Seite durch eine anhaltend schlechte finanzielle Ausstattung. Im Unterschied zu früher fehlen hier Landeszuschüsse für Baumaßnahmen. Für die kommenden Jahre zeichnet sich laut dem Bericht der Geschäftsführer ebenfalls ein negatives Ergebnis ab. Um dem gegenzusteuern sollen weitere Kostensenkungsmaßnahmen, sowohl im Personal-, als auch im Sachkostenbereich erfolgen. Auf meine Nachfrage erklärte Dr. Rafaela Korte, die Medizinische Geschäftsführerin, dass kein Personalabbau geplant sei, wohl aber neue Personalkonzepte.
Da ist klar, was gemeint ist: weitere Arbeitsverdichtung für das Pflegepersonal und weniger Zeit für die Patienten! Das wird als Effizienzsteigerung verkauft.

Petra Braun-Seitz

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